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Bananafishbones

Der Kreisbote Landsberg schreibt:

Ein Artikel von Susanne Greiner

Herrlicher Abend für Bananenfisch

Die "Bananafishbones" sorgen für Stimmung im Kauferinger Kulturzelt

 

Bananafishbones in Kaufeering
Die Bananafishbones begeistern im Kauferinger Kulturzelt. Sänger Sebastian Horn (rechts), sein Bruder Peter Horn (links) und der exzellente Florian Rein an den Drums. © Greiner

Kaufering – Die Bananafishbones sind fast schon ein Urgestein der Musik. Seit 30 Jahren im Geschäft, seit 1997 in der jetzigen Besetzung: Sänger Sebastian Horn mit meistens markantem Bart und immer markanter Stimme. Sein Bruder Peter Horn mit kurzen Ausreißern in den Hardrock an der Gitarre und Drummer Florian Rein – der mit dem Jazz-Diplom in den Stöcken. Zum Kauferinger Kulturzelt holte Veranstalter Bernhard Schloemer das Trio für den ersten Abend ins Haus. Zwar kamen nicht ganz so viele Zuschauer wie in den Jahren zuvor. Aber die rund 300 Gäste aktivierten vom ersten Takt an Ohr, Stimme und Tanzbein. Und feierten ihre Helden mit Feuereifer und Begeisterung.

Welche Art von Musik die Band um Sänger und Texter Sebastian Horn dabei spielt, ist gar nicht so leicht zu sagen. Irgendwie scheint es, als ob die Band sämtliche Musikstile ihrer Laufbahn aufgesogen hat. Rock, Pop, Disco, Elektro, ein bisschen Metal, eine Ecke Grunge. Und nicht zu vergessen „heiße Country-Scheiße“, wie Peter es nennt. Das Ganze hat das Trio scheinbar verinnerlicht und mit der ihr eigenen Melange wieder nach außen entlassen.

Dieses Eigene, das ist einerseits die tiefe Stimme Horns. Und die Spielfreude, die sein Bruder Peter an der verkabelten Rhythmusgitarre an den Tag legt – mal Hendrix, mal nicht mehr ganz junger Country-Star, mal tief im Grunge wühlend. Aber immer mit einer großen Portion Humor. Nicht zuletzt steht und fällt alles mit dem Rhythmus von Rein: dem studierten Jazz-Schlagzeuger.

Das Eigene sind aber auch die Texte: Denn selbst wenn die Musik noch so fröhlich klingen mag, Horn packt einen ganzen Laster voll Melancholie in die Songs. Selbst wenn einer der großen Hits „Easy Day“ heißt und von Horn als „bayerisch gelebter Buddhismus“ angekündigt wird – leicht ist da im Text so schnell nichts. Wird doch am Anfang ein Mensch beschrieben, der mit Schutzanzug und Gasmaske den Keller verlässt und zur Arbeit geht – in einer vollkommen kranken Welt.

Aber egal, die Rhythmen ziehen, jucken und zwingen die Beine fast zur Bewegung. Gleich beim ersten Forellen-Song, „The Queen of Trout“, über „ihren schleimigen Körper streichen und sie dann wieder freilassen“, fasst Sänger Horn den Liedinhalt zusammen. Die Stimmung stimmt vom ersten Ton. Und dann spielt das Trio den Hit, der sie, wie Sebastian Horn sagt, „1998 in die Welt hinauskatapultiert hat“: „Come to Sin“ begleitete die Kleider im C&A-Werbespot durch Sonne, Himmel, Wind und Zeit. Und machte die Bananafishbones deutschlandweit bekannt.

Angefangen haben die Fishbones als Schulband. Peter studierte Kunst und Sebastian schaffte es bis kurz vor die Biologie-Diplomarbeit, als beiden klar wurde, dass sie lieber Musik machen wollen. Von Anfang an setzte die Band auf Live-Auftritte – und avancierte laut Süddeutsche bald zu „einer der besten Live-Bands der Region“. „Inzwischen haben wir zusammen elf Kinder“, erzählt Sebastian. Er selbst steuert fünf bei.

Der Name der Band kommt von J. D. Salingers „A perfect Day for Bananafish“. Das „The Cure“ in ihrem Song „Bananafishbones“ zitiert. „Eine Referenz an die Band, die wir verehren“, sagt Sebastian in einem Interview. „Ein kryptischer Name, der nicht zuviel verrät.“ Und beim Schreiben ständiger Korrektur bedarf. Das bleibt hängen.

Trotz dem Erfolg von „Come to Sin“ ist die Band nicht in den Kommerz abgerutscht. Hat sich ihre Ecken und Kanten bewahrt. Was sich unter anderem auch in ihrer Musik zu Theaterstücken in der Schauburg zeigt, zum Beispiel zu „Fahrenheit 451“. Weshalb im Kauferinger Kulturzelt auf den Werbesong das drängende, eher an „The Cure“ erinnernde „The more I drink“ folgt – ziemlich düster.

Trotz aller Melancholie: Die Musik der Bananafishbones macht Spaß, den Musikern und dem Publikum. Wie die treibende „Nastrovje“-Polka, bei der die Tanzenden ausrasten. Oder ein trashiges Cash-Medley. Und selbst wenn die Drei „Wish you where here“ als Country-Song vernudeln, es ist nie verächtlich. Nach gut zweieinhalb Stunden tobt der Applaus. Als Zugabe ein Song, in dem kurz „DaDaDa“ von Trio anklingt. Sehr kurz. Neue Deutsche Welle war nie das der Fishbones. Danach „Easy Day“. Und zum Schluss ein Cover der ersten Single, die sich Sebastian gekauft hat: „I love Rock ‘n‘ Roll“ von Joan Jett and the Blackhearts. Natürlich nach dem ganz eigenen Bananafishbones-Rezept. Ein klasse Abend. Oder wie Sebastian meint: „Ein geiles Konzert. Wer hätte das gedacht.“

 

Susanne Greiner

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